Katharina Gehrmann      Dokumentationen       Projekte Kulturdienst Links

 

 

Bildideen


Textbilder:

Meine Bilder verstehen sich als Grenzgang zwischen Bildender Kunst und Literatur. Sie beziehen sich auf meine eigenen Texte oder führen im Fall der Textbilder eine beabsichtigte Koexistenz. Geschichte und Bild entstehen parallel, so dass sich grafische Prozesse und Schreibtätigkeit gemeinsam entwickeln und gegenseitig inspirieren können. Experimentelle Drucktechniken eignen sich aus Gründen der Spontaneität bei dieser Vorgehensweise vorzüglich. Die druckgrafischen Elemente dienen manchmal auch als Collageversatzstücke.
Seit 2007 Jahren beschäftige ich mich mit dem zweiten Weltkrieg und habe zu dieser Thematik die Panzerbilder („schwarzer Tag“, „heavy fog“, „Geheime Mission“, „Holland in Not“) angefertigt. Die Geschichten der „Panzerbilder“ bauen aufeinander auf. Das Thema ist vordergründig der 2. Weltkrieg, bzw. militärische Ungereimtheiten (Operation Cobra, Spion Langbein etc.). Militärkarten und tatsächliche, historische kriegerische Auseinandersetzungen bilden den Ausgangspunkt. Es findet sowohl eine Re – als auch eine Dekonstruktion der Geschichte statt. Vor allem herrscht Chaos auf allen Seiten. Die kryptische, geheimnisumwitterte Zeichensprache des Militärs fließt in die Bilder ein und wird in einen neuen Sinnzusammenhang gesetzt. Historie und Fiktion verschmelzen zu einem Gesamtbild der Gleichzeitigkeit der Ereignisse, das von blindem Aktionismus, Orientierungslosigkeit und „persönlichen Schicksalen“ geprägt ist. Piktogramme, Landkarten und Legenden sind geniale Ordnungs – Orientierungs -  und Kommunikationssysteme, die allerdings bereits durch geringfügige Veränderungen ihre Funktion verlieren, wodurch Gegenteiliges bewirkt wird und als Folge dieser Verwirrung die Menschheit, welche sich auf Ordnungssysteme verlässt, im Chaos versinken kann.



Bildtexte und lyrische Bilder:

Anders verhält es sich bei den Bildtexten, die ursprünglich als Lyrik gedacht waren, für die jedoch Bilder wie "Vatertag" als Illustration geschaffen wurden. Die lyrischen Bilder hingegen sind Illustrationen ihrer selbst, die Lyrik bezieht sich ausschließlich auf den Bildtitel, die Geschichte dazu erfindet der Betrachter selbst.


Aktmalereien

Bewegung ist ein großes Thema meiner Malerei. Aus diesem Grund liegt die Beschäftigung mit Aktmalerei nahe. Es handelt sich hierbei vor allem um Skizzen.


Installationen


Die wenigen sogen. Installationen sollen „zum Anfassen“ da sein. Letztendlich handelt es sich hierbei um ein Medium bei welchem der interaktive Aspekt am besten zum Tragen kommen kann. 
Die ewig anwachsende Installation „Lebenszeichen“ ist aus den Kunstkofferprojekten hervorgegangen. Die Idee besteht darin, dass zugesendete Postkarten um die ganze Welt reisen und an verschiedenen Orten ausgestellt und durch weitere Grüße (Lebenszeichen) der Ausstellungsbesucher bereichert werden. Jede einzelne Postkarte wurde zusätzlich mit einem Zeichen versehen. 2005 hatte die Installation ihre erste Station im Ehime Kunstmuseum in Matsuyama, anschließend im Hermann – Hesse – Höri - Museum in Gaienhofen/ Bodensee und im Adelhausermuseum in Freiburg. Weitere Ausstellungsorte werden bekanntgegeben.


Wir sparen mit! Interaktive Sozialmodelle für verbesserte Lebensqualität:

Interaktive Sozialmodelle zum Mitspielen und andere politische Arbeiten
Die Sozialmodelle beschreiben die Missstände in Gesellschaft und Kulturpolitik. Der Betrachter wird dazu aufgefordert sogen. Handlungsanweisungen zu befolgen, um die Katastrophe entweder in Schwung zu bringen oder denkwürdige Lösungsansätze zu finden. Die derzeitigen Sozialmodelle haben eine Fokussierung auf der apokalyptischen Lage des Arbeitsmarktes, berühren Engpässe des Kultur- und Bildungswesens und können als Reihe endlos fortgesetzt werden.
2003 hatte ich bereits mit dem Titel „Wir sparen mit! Interaktive Sozialmodelle für verbesserte Lebensqualität“ eine zwanzigteilige Reihe interaktiver Sozialmodelle hergestellt, die leider in ihrer Absurdität von der realen Gegenwart überholt wurden.
In immer kürzer werdenden Zeitabständen verloren die Sozialmodelle an Aktualität. Aus diesem Grund erscheinen nun die neuen Sozialmodelle. Ich denke, dass sie länger aktuell bleiben werden, da ich mir kaum vorstellen kann, dass sich die Methoden des Sparwahns und der Arbeitslosenverwaltung in nächster Zeit ändern werden. Zudem habe ich die Struktur der Sozialmodelle teilweise verändert, so dass die Handlungsanweisungen weniger die Zukunft als die Gegenwart betreffen. Diese Reihe könnte notfalls als Dokumentationsmaterial dienen.
Seit einiger Zeit hat sich innerhalb meiner Bilder eine Fokussierung auf die politische Thematik herauskristallisiert. Die Installation „Linguistische Pannen“ beschreibt mit 20 Pannenschildern den sorglosen Wortgebrauch militärischer Begriffe in der Alltagssprache. Das Diptychon „GROSSE BADENER UND GROSSE WÜRTTEMBERGER“ zeigt die Ministerpräsidenten seit Filbinger in karikierter Form als Weinetiketten. Die dazugehörigen Texte beschreiben die Fähigkeiten und Untaten dieser Politiker.
 

 

Meine Arbeiten könnten als interdisziplinäre Standort – Beschreibungen in Bild und Wort betrachtet werden, wobei auf mich jährlich wiederkehrende, unvermeidliche Ereignisse sowie das kulturelle Leben im allgemeinen, in Bezug auf die Thematik , eine magische Faszination ausüben.

 

Katharina Gehrmann      Dokumentationen       Projekte Kulturdienst Links